Multiple Puppen-Persönlichkeiten – Projizierte Traumata bei Tony Oursler

  • Anna Friesen Universität Siegen
Schlagworte: Kunst, Trauma, multiple Persönlichkeiten, Projektion

Abstract

In der Installation „Judy“ von 1994 inszeniert Tony Oursler die mutmaßlich durch Traumata ausgelöste Spaltung in verschiedene Persönlichkeiten im Rahmen einer Multiplen Persönlichkeits-Störung. Bei der künstlerischen Aufarbeitung dieser Auseinandersetzung nutzt er die Puppe in ihrer Funktion als Stellvertreterin des Menschen. Ourslers spezielle künstlerische Puppenwesen bieten dabei einen besonders geeigneten Träger für die Darstellung des Traumas einer Multiplen- Persönlichkeits-Störung und für den Einfluss der Medien auf (kollektive) psychische Phänomene. Im Beitrag wird eine Spurensuche nach der gestalterischen Genese und dem Entwicklungsweg des Werkes angestellt, um dem eigentümlichen Charakter der Puppen von Tony Oursler auf den Grund zu gehen.

Autor/innen-Biografie

Anna Friesen, Universität Siegen

Jahrgang 1989; Lehramtsstudium an der Universität Siegen, Fach Kunst; Promovierende an der Uni Siegen im Department Kunst zum Thema: Potentiale zeitgenössischer künstlerischer Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen.

Veröffentlicht
2018-05-17
Zitationsvorschlag
FRIEEN, A. Multiple Puppen-Persönlichkeiten – Projizierte Traumata bei Tony Oursler . denkste: puppe - multidisziplinäre zeitschrift für mensch-puppen-diskurse, v. 1, n. 1, p. 84-91, 17 Mai 2018.