Von Spielpuppen, Puppenfiguren und ihren Miniaturwelten: Ein Blick in die Welt der Brontës

  • Dr. phil. Jana Mikota Universität Siegen
Schlagworte: Brontës, Holzsoldaten, literarische Miniaturwelten, Intertextualität

Abstract

Spielwelten in der Kinderliteratur sind in gewisser Weise immer auch literarische Miniaturwelten, die im Zusammenhang mit Puppenfiguren einen eigenen Zauber entfalten, der über das eher traditionelle Spiel mit Puppenhäusern hinausgehen kann. Im vorliegenden Beitrag wird am Beispiel der phantastischen Spielwelt der englischen Geschwister Brontë mit Holzsoldaten ein Blick in das gemeinsame Spiel von Mädchen und Jungen in selbst gestalteten Miniaturwelten geworfen. Die von den Kindern hier neu geschaffenen Welten, die auf zwölf Holzsoldaten zurückgehen, ermöglichen ihnen unmittelbar, sich ihrem engen Umfeld zu entziehen. Darüber hinaus prägen sie das spätere Schreiben der Geschwister. Hundert Jahre später ‚erweckt‘ die Autorin Pauline Clarke in ihrem Kinderbuch Die Zwölf vom Dachboden die Holzsoldaten mit vielen intertextuellen Verweisen erneut zum Leben. Die in diesen literarischen Texten geschaffenen phantastischen Miniaturwelten und Puppenfiguren überwinden traditionelle Geschlechterrollen und sind weitaus mehr als Repliken der Erwachsenenwelten.

Autor/innen-Biografie

Dr. phil. Jana Mikota, Universität Siegen

Dr. phil., Oberstudienrätin im Hochschuldienst an der Universität Siegen; aktuelle Forschungsschwerpunkte: Theorie des Kinderromans, Kinder- und Jugendliteratur der DDR, kulturwissenschaftliche Bedeutung von Puppen.

Veröffentlicht
2019-09-02
Zitationsvorschlag
MIKOTA, J. Von Spielpuppen, Puppenfiguren und ihren Miniaturwelten: Ein Blick in die Welt der Brontës. denkste: puppe - multidisziplinäre zeitschrift für mensch-puppen-diskurse, v. 2, n. 1, p. 88-98, 2 Sep. 2019.