Die Sims: Digitale Puppen und das Nachleben eines Puppenhauses

  • Mariya Savina Humboldt University of Berlin
Schlagworte: Die Sims, Sim, Puppe, Puppenhaus, Subjektivität

Abstract

Die Sims ist ein populäres Computerspiel, das als digitale Version eines Puppenhauses entwickelt wurde. In diesem Haus leben digitale, menschenähnli- che Puppen (die Sims), die wie eine Mischung aus einer Puppe, beispielsweise Barbie, mit einem echten Menschen wirken oder, genauer gesagt, wie die Verbindung der Puppe mit einem Menschenbild, das aus Alltags-Psychologie und modernen Persönlichkeitstheorien abgeleitet wurde. Diesem Menschenbild entsprechend repräsentiert ein Sim nicht nur die zeitgenössische Transformation von Puppen (von konkreter Materialität in digitale Virtualität), sondern übernimmt auch deren Rolle im Prozess der Beeinflussung von Subjektivität und Weltbild des Spielers/der Spielerin. Der vorliegende Beitrag betrachtet Sims sowohl als Puppen als auch als verkörperten Ausdruck eines bestimmten Menschenbildes. Die Fokussierung auf die (Inter)Subjektivität der Sims und auf den dabei entstehenden Zusammenhang zwischen deren künstlicher Welt und der sozialen Welt der Spieler kann als Aufforderung gesehen werden, sich im digitalen Puppenspiel auf eine freundliche Selbst-Ironisierung zeitgenössischer Lebenszusammenhänge einzulassen.

Autor/innen-Biografie

Mariya Savina, Humboldt University of Berlin

MA in Kulturwissenschaften. Doktorandin an der Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Kulturgeschichte und -theorie. Forschungsinteressen: Theorien der Subjektivität, Kulturphilosophie, Religion und Literatur, Philosophie der Psychologie.

Veröffentlicht
2020-10-20
Zitationsvorschlag
SAVINA, M. Die Sims: Digitale Puppen und das Nachleben eines Puppenhauses. denkste: puppe - multidisziplinäre zeitschrift für mensch-puppen-diskurse, v. 3, n. 1.2, p. 53-60, 20 Okt. 2020.