Versuchsobjekt Mensch – Menschenversuche als Gegenstand von Figurentheaterinszenierungen

  • Franziska Burger
Schlagworte: Figurentheater, Menschenversuche, Gegenwartstheater

Abstract

Die Puppe, ein dem menschlichen Körper nachgeformtes Artefakt, das sich aber in seiner Materialität vom menschlichen Vorbild unterscheidet, eignet sich insbesondere aufgrund seiner Unverletzbarkeit als Mittel zur Reflektion von Grenzerfahrungen. Gerade für die theatralische Darstellung von Menschenversuchen, die die Grenze zwischen Subjekt und Objekt ausloten, erweisen sich Puppen als geeignetes Spielmittel, weil ihnen das machterfüllte Spannungsverhältnis zwischen ‚Leben kreieren‘ und ‚Leben nehmen‘ eingeschrieben ist. Anhand der Produktionen Frankenstein (Regie: Philipp Stölzl) und F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig (Regie: Simon Meusburg, Spiel und Puppen: Nikolaus Habjan) werden verschiedene Dimensionen der Inszenierung von Menschenversuchen mit Puppen untersucht.

Autor/innen-Biografie

Franziska Burger

Franziska Burger studierte Theaterwissenschaft und Deutsche Literaturwissenschaftan den Universitäten Bern und Leipzig und schloss am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern ihre Dissertation zu den Verhältnissen zwischen Spieler*innen und Spielfiguren im offen gespielten Figurentheater ab. Seit 2019 arbeitet sie an einem vom SNF geförderten Forschungsprojekt zu den kulturellen Beziehungen zwischen Südafrika und der Schweiz während der Apartheid.

Veröffentlicht
2020-10-20
Zitationsvorschlag
BURGER, F. Versuchsobjekt Mensch – Menschenversuche als Gegenstand von Figurentheaterinszenierungen. denkste: puppe - multidisziplinäre zeitschrift für mensch-puppen-diskurse, v. 3, n. 1.2, p. 89-96, 20 Okt. 2020.