Von der Modepuppe zum Mannequin und zurück. Weibliches Selbstverständnis zwischen (Re)Präsentation und Individualität

  • Aliena Guggenberger Ludwig Maximilian Universität München
Schlagworte: Pandora, Modepuppen, Mannequins, Reform-Bewegung

Abstract

Der Beitrag zeichnet die Entwicklungslinie der Modepuppe bis zum lebendigen Mannequin nach und beleuchtet dabei die symbolische Kehrseite einer weiblichen Uniformität, die bis heute Gültigkeit besitzt. Modepüppchen sind im heutigen Sprachgebrauch übertrieben auf ihr Aussehen bedachte, oft belächelte Personen. Ausgangspunkt des Püppchen-Narrativs sind sog. Pandora-Puppen, die seit dem 17. Jahrhundert weibliche Angehörige europäischer Königshäuser über die neuesten Modetrends unterrichteten. Ihre Mission entpuppte sich als Unheil bringend, übertrug sich doch ihre Funktion als steifes Präsentationsmodell auf die menschliche Trägerin der feinen Kleider. Der um 1900 von Reform-Bewegungen kritisierte puppenartige Frauentypus bildet – Metapherund Realität zugleich – den zentralen Anknüpfungspunkt.

Autor/innen-Biografie

Aliena Guggenberger, Ludwig Maximilian Universität München

Bachelor in Kunst- und Kulturgeschichte an Uni Augsburg (2013-2017), Master in Europäischer Kunstgeschichte an der Uni Heidelberg (2017-2019). Seit 2019 dort wissenschaftliche Hilfskraft in der Lehre. Seit 2020 Promotionsprojekt an der LMU München zum „System Reformkleid – Die Karlsruher Modeschöpferin Emmy Schoch und die Erneuerung der Frauenkleidung“. Forschungsschwerpunkte in Kostüm- und Modegeschichte ab 1850 bis in die Gegenwart, im Kunstgewerbe des Jugendstil und in der Frauengeschichte um 1900. Aktuell lebt und forscht sie in Karlsruhe.

Veröffentlicht
2022-10-17
Zitationsvorschlag
GUGGENBERGER, A. Von der Modepuppe zum Mannequin und zurück. Weibliches Selbstverständnis zwischen (Re)Präsentation und Individualität. denkste: puppe - multidisziplinäre zeitschrift für mensch-puppen-diskurse, v. 5, n. 1, p. 70-77, 17 Okt. 2022.