Kann man seine lauterste Wärme an einen grausigen Fremdkörper verschwenden?

Anmerkungen zum Puppenmotiv im Oeuvre von Marek Piasecki

  • Marta Smolińska Universität der Künste Poznań
Schlagworte: Marek Piasecki, Puppe, Fotografie, Objekte, Abject

Abstract

Die in den 1950er und 1960er Jahren entstandene Serie von Schwarz-Weiß-Fotografien des polnischen Künstlers Marek Piasecki (1935-2011) mit dem Titel „Die Puppe” sowie die im gleichen Zeitraum entstandenen Objekte, in denen der Künstler das Motiv der Puppe verarbeitet hat, werden im Kontext des Puppen-Textes von Rainer Maria Rilke und des Werks von Hans Bellmer analysiert, ergänzt durch Reflexionen von Anna Szyjkowska-Piotrowska, Georges Didi-Huberman und anderen zeitgenössischen Autoren.. Die Fragmentierung der Körper in diesen Werken von Piasecki ist kein Mittel der Erotisierung oder Fetischisierung wie bei Bellmer, sondern macht die wehrlose Zerbrechlichkeit und Sterblichkeit bewusst. Als typische Abjekte ziehen Piaseckis Puppen ebenso an wie sie abschrecken; ihre Anwesenheit grenzt an Unerträglichkeit, da sie die Angst vor dem Tod wecken.

Autor/innen-Biografie

Marta Smolińska, Universität der Künste Poznań

Prof. Dr. leitet den Lehrstuhl für Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität der Künste Poznań (Polen). Kuratorin und Kunstkritikerin, Nomadin und Grenzgängerin. 2003 Promotion in Poznań („Młody Mehoffer” – „Der junge Mehoffer”). 2005–2006 und 2009 Stipendiatin der Stiftung für Polnische Wissenschaft. 2012 Stipendiatin des DAAD an der Humboldt Universität Berlin. 2013 Habilitation („Otwieranie obrazu. De(kon)strukacja uniwersalnych mechanizmów widzenia w nieprzedstawiającym malarstwie sztalugowym drugiej połowy XX wieku” – „Das Öffnen des Bildes. Die De(kon)struktion der universellen Mechanismen des Sehens in der ungegenständlichen Malerei in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“). 2014 Fellow an der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der LMU München. 2015 Stipendiatin der Stiftung Arp in Berlin. 2018 Stipendiatin des DAAD an der Ludwig-Maximilians-Universität München und im Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München. 2021 Stipendiatin des DAAD an der Freie Universität Berlin. Forschungen und Publikationen zu ungegenständlicher Malerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Border Art, Transmedialität und Haptik.

Veröffentlicht
2022-10-17
Zitationsvorschlag
SMOLIŃSKA, M. Kann man seine lauterste Wärme an einen grausigen Fremdkörper verschwenden? Anmerkungen zum Puppenmotiv im Oeuvre von Marek Piasecki. denkste: puppe - multidisziplinäre zeitschrift für mensch-puppen-diskurse, v. 5, n. 1, p. 99-106, 17 Okt. 2022.