Puppen – Übergangsobjekte im Kontext von Umbrüchen, Krieg und Gewalt

  • Insa Fooken Universität Siegen
Schlagworte: Puppen als Übergangsobjekte, Kriegskinder, Ambivalenzen

Abstract

Als anthropomorphe Artefakte sind Puppen ambivalenzträchtig und wirken multifunktional. In bedrohlichen Übergangs- und Umbruchzeiten wie Krieg, Flucht und Gewalt können Puppen auf der individuellen Ebene hilfreich sein, um das Gefühl psychischer Sicherheit herzustellen. Wird in solchen Übergangskontexten mit Hilfe der Puppe die innere psychische Verfassung mit Anforderungen der äußeren Realität verknüpft, funktioniert sie als Übergangsobjekt. Diese Überlegungen zur Bedeutung von Puppen als Übergangsobjekte werden mit Beispielen aus Forschung und Dokumentationen über Kriegskinder, vor allem des Zweiten Weltkriegs, veranschaulicht. Das Fazit lautet: Puppen sind kein Allheilmittel in Bedrohungszeiten, können sich aber als erstaunlich heilsam erweisen.

Autor/innen-Biografie

Insa Fooken, Universität Siegen

Studium der Psychologie (Hauptfach), Soziologie, Pädagogik, Ethologie, Psychopathologie; klinisch-psychologische Tätigkeit; Promotion an der Universität Bonn 1980; 1992-2013 Professur für Entwicklungspsychologie (der Lebensspanne) an der Universität Siegen; seit 2014/15 Senior-Professorin am FB Erziehungswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt a. M.; Forschungsschwerpunkte u. a.: Kriegskinder im Alter; Resilienz; Bedeutung von Puppen.

Veröffentlicht
2018-05-17
Zitationsvorschlag
FOOKEN, I. Puppen – Übergangsobjekte im Kontext von Umbrüchen, Krieg und Gewalt. denkste: puppe - multidisziplinäre zeitschrift für mensch-puppen-diskurse, v. 1, n. 1, p. 22-31, 17 Mai 2018.