Barbie als Diskursmaschine. Drei Skizzen

  • Alexander Wagner Universität Wuppertal

Abstract

Die folgenden Überlegungen ergeben sich aus Fragmenten, entnommen einer Stoffsammlung zu einem Theaterprojekt, mit dem die Sektion „Psychodrama“ der Akademie für technische Mannigfaltigkeiten (ATM) den Zusammenhang von Lebensformen der Krise und psychisch bedingten Sprachstörungen in den Blick nehmen will. Barbie übernimmt in diesem Zusammenhang die Rolle einer Diskursmaschine und Regelungsinstanz, die den Blick lenkt und ihren Kopf neigt. Der Text teilt die Idee einer Beschäftigung mit Barbie als Diskursmaschine, die auffallend häufig dann zum Einsatz kommt, wenn die Kultur, der sie sich als Artefakt und Merkmalsträgerin eingeschrieben hat, spezifische Krisenszenarien verhandelt, in denen immer wieder auch ihr Verhältnis zum ‚Neuen‘, ‚Anderen‘ und ‚Fremden‘ diskutiert wird. Die Beschäftigung soll dabei eine auf der „Grenze“ zwischen Kunst und Wissenschaft sein und wählt als ihren „Ort“ das Drama und als ihr Vorgehen die kritische Zurkenntnisnahme und Reflexion von Populärkultur und ihren Produkten als reichweitenstarken, analytisch unbedingt ernstzunehmenden Verhandlungsstellen diskursiver Setzungen. Zur Demonstration dieser These von Barbie als Krisensymptom sollen zwei Objekte genutzt werden, die die Puppe, vor allem aber das Konzept ‚Barbie‘ verwenden, um auf unterschiedliche Weisen über das Verhältnis der eigenen Kultur zum ‚Anderen‘ nachzudenken. Die hier wiedergegebenen Gedanken sind als Halbfabrikate lose und offen. Ihre Wiedergabe versteht sich als die Mitteilung eines Zustands während eines laufenden Prozesses. Die dargestellten Beispiele stellen ganz selektive Probebohrungen dar und erheben, wie die Thesen des Textes ohnehin, keinen Anspruch auf Vollständigkeit,

Autor/innen-Biografie

Alexander Wagner, Universität Wuppertal

geboren 1987 in Hoyerswerda; Studium der Germanistik und Philosophie an der Bergischen Universität Wuppertal; seit 2014 dort wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte (Prof. Dr. Wolfgang Lukas). Forschungsinteressen sind neben Medien- und Wissensgeschichte, Kultursemiotik und dem Verhältnis von Literatur zu Wissenschaft und Populärkultur schon lange (Hör-)Spiele und (Bühnen-)Räume. Die ATM (Akademie für technische Mannigfaltigkeiten) ist ein organisatorischer Verbund, eine Struktur im Werden, die sich vornimmt, kontinuierlich die Überlappungsäcker von Kunst und Wissenschaft zu bestellen.

Veröffentlicht
2018-05-17
Zitationsvorschlag
WAGNER, A. Barbie als Diskursmaschine. Drei Skizzen. denkste: puppe - multidisziplinäre zeitschrift für mensch-puppen-diskurse, v. 1, n. 1, p. 136-144, 17 Mai 2018.