Miniaturwelten

  • Gertrud Lehnert Universität Potsdam
Schlagworte: Welterzeugung, Miniaturwelt, Miniaturwelt, Weltdeutung, Ästhetik der Miniatur, Puppenstadt, Ausschneidebogen, Diorama, Apokalypse

Abstract

Angeregt von Nelson Goodmans „Weisen der Welterzeugung“ deute ich Miniaturen als spezifische Materialisierung der Interpretation von „Welt“. Es geht dabei weder um Kinderspielzeug noch um die simple Verkleinerung von Dingen, sondern um materiell umgesetzte Versionen von Ideen und Interpretationen von Welt. Jede Version schafft implizit ihre eigene Ästhetik. Meine Beispiele sind die Arnstädter Puppenstadt „Mon Plaisir“ aus dem frühen 18. Jahrhundert, der Augsburger Ausschneidebogen, ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert, der auf Papier die Stadt Augsburg und vor allem ein großbügerliches Wohnhaus präsentiert, und schließlich die apokalyptischen Miniatur-Dioramen gebaut und photographiert von Lori Nix und Kathleen Gerber aus dem 21. Jahrhundert.

Autor/innen-Biografie

Gertrud Lehnert, Universität Potsdam

Gertrud Lehnert ist seit 2002 Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft am Institut für Künste und Medien der UniversitätPotsdam. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Schnittstellen zwischen Literatur und Malerei, kulturelle Visualisierungs- und Inszenierungsprozesse, Geschichte und Theorie der Mode und Gender/Queer Studies. Sie ist Herausgeberin der Reihe „Fashion Studies“ im transcript Verlag Bielefeld.

Veröffentlicht
2019-09-02
Zitationsvorschlag
LEHNERT, G. Miniaturwelten. denkste: puppe - multidisziplinäre zeitschrift für mensch-puppen-diskurse, v. 2, n. 1, p. 72-80, 2 Sep. 2019.